Ein Ruhiges Hinterland

(darf es nicht geben)

Fürstenwalde/Spree, Kleinstadt, 31.000 Einwohner, Berliner Vorort, Ostbrandenburg.

In Bahnhofsnähe in der Eisenbahnstraße lädt der Thor-Steinar-Laden „British Corner“ zum Bummel ein, in den Straßen tauchen immer wieder Neonaziaufkleber auf, Rechtsextreme gehören zum Stadtbild. Die NPD hetzt immer wieder gegen die zwei hiesigen Flüchtlingsheime. Für örtliche Antifaschist*innen gehören Anfeindungen, Pöbeleien und persönliche Bedrohungen zum Alltag.
Organisierte fürstenwalder Rechtsextreme gehören überregional zum harten Kern auf Demonstrationen.

Die Antwort auf diese Zustände kann und muss die Organisation des Widerstands und der kraftvolle Schritt auf die Straße sein. Im Kampf um eine befreite Welt darf es kein ruhiges Hinterland geben, wir laden daher jeden sich als antifaschistisch verstehenden Menschen ein, zusammen mit uns am 13. September hier auf die Straße zu gehen.

Bringt mit was ihr könnt, lasst euch nicht einschüchtern, reist zusammen.

13.09.15:00 Am Markt, Sammelpunkt

-Antifaschistische Aktion Fürstenwalde-

„Free Palestine!“ Fürstenwalde

Wir entschieden uns heute zum Besuch der „Free Palestine“ Demonstration in Fürstenwalde. Da unsere Überzeugungen antinationalistisch sind und viele derartiger Demos in letzter Zeit einen nationalistisch-antisemitischen Charakter aufweisen, war es uns wichtig dieses Thema nicht an uns vorbeigehen zu lassen und auch unsere Überzeugungen auf die Straße zu tragen.

Die Demonstrationsorganisation machte einen recht kreativen Eindruck, etwa 100 Menschen gingen auf die Straße, für Fürstenwalde beachtlich, jedoch erschloss es sich uns nicht ganz, was deutsche Nationalfahnen dort zu suchen hatten, während die schwarz-rote Fahne eines Freundes recht schnell von der Polizei (unter dem Vorwand die Antifa hätte hier „nichts zu suchen“) eingezogen wurde. Es dauerte auch nicht besonders lange, bis mehrere als links zu erkennende Personen als Gefahrenpotential erkannt wurden und ihre Ausweise kontrolliert wurden.

Auch an offen erkennbaren Nazis mangelte es nicht. Am Rand der Demonstration liefen die NPD Mitglieder Manuela Kokott, Alexander Kevin Pieper und Marcel Teske.
Während die organisierten Nazis sich mit Fotografieren und „Hinter-Bullen-Verstecken“ begnügten,
ließen sich einige ihrer versprengten Sympathisanten recht schnell davon überzeugen die Demo zu verlassen.

Es ist wichtig sich in nationalistischen Konflikten nicht auf eine Seite ziehen zu lassen. Der Bewaffnete Kampf darf nur der Befreiung aller Menschen dienen und nie eine Gegenunterdrückung, wie die Vertreibung der Israeliten, zum Ziel haben.

Hoch die Internationale Solidarität.

Flyer

In letzter Zeit nahmen Flyeraktionen der NPD mit sowohl hetzerischem, als auch nicht ortsbezogenem Inhalt zu dem Thema „Asyl in Deutschland“ in Fürstenwalde zu.

Wir haben reagiert, indem wir einen Flyer verteilt haben, der vielleicht ein wenig zum Denken anregt.

Es ist quasi unmöglich so ein komplexes Thema auf einer A5 Seite zusammenzufassen, aber immerhin haben wir mehr als zwei unzusammenhängende Sätze zusammengekriegt.

Hier der Inhalt des verteilten Materials, den Inhalt findest du zum Download unter „Material“ :


Ursachen und nicht Flüchtlinge bekämpfen!

Liebe Anwohnerinnen, liebe Anwohner,
wie Sie bestimmt in letzter Zeit mitbekommen und sicherlich auch aus den regionalen Zeitungen erfahren haben, wird das Asylbewerberheim „Haus Hoffnung“ in Fürstenwalde erweitert. Dies bedeutet, dass mehr Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern untergebracht werden.

Diese Situation nutzen Parteien wie die NPD aus, um eine Welle der Hysterie und Angst gegen diese Menschen zu schüren, indem sie behaupten, dass durch mehr Asylbewerber_innen die Kriminalität steigt, oder dass diese mehr Geld als Arbeitslose bekommen würden.
Dies ist FALSCH!

Was treibt eigentlich einen Menschen dazu, seine Heimat zu verlassen?
Der Grund, warum Menschen auf der Flucht sind, liegt darin, dass in ihren Ländern Krieg herrscht, oder sie politisch verfolgt werden.
Die Länder, aus welchen die Menschen zu uns kommen, weisen meist eine instabile Staatsstruktur (Korruption in Ämtern, bei der Polizei, Gerichten etc.) auf, oder wurden von Ländern wie den USA, Großbritannien, Frankreich, oder auch Deutschland mit Krieg überzogen. Oft stehen hier globale wirtschaftliche Interessen vor dem Interesse der Menschen vor Ort.
Diese wirtschaftlichen Interessen sehen im Regelfall so aus, dass die Lieferungen für Rohstoffe, welche benötigt werden um UNS ein möglichst schönes Leben zu ermöglichen, gesichert werden sollen (z.B. Rohöl).

Fakt ist auch, dass eine Aussage zur Kriminalitätssteigerung durch Asylbewerber_innen nicht getroffen werden kann!

Wenn man bei der Polizei oder anderen Ämtern statistische Angaben zu dieser Frage erhalten möchte, dann ist dies nicht möglich, da die Polizei nur Angaben zur Häufigkeit macht, aber nie zur Herkunft derer, durch die sie begangen werden. Gewisse Straftaten können auch nur von Asylbewerber_innen begangen werden, dies sind Verstöße gegen die Aufenthaltsbestimmungen.

Heißen wir die neuen Bewohner_innen in unserer Stadt willkommen!
Kein Ort für Nazis und Rassisten_innen!

-Antifaschistische Aktion Fürstenwalde-

-EP-